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Die Familie Czernin von Chudenice
Eine Familie, deren Name seit Jahrhunderten mit Chudenice verbunden ist und die zu den am längsten belegten Adelslinien der böhmischen Länder zählt.
Laut Chronik gründete ein Czernin im Jahr 1200 die Kirche in Chudenice. Nach Palacký war es jener Graf Czernin, der Přemysl Otakar I. aus seinem zweiten Exil in Sachsen zurück nach Böhmen brachte und anschließend Frieden zwischen ihm und seinem Bruder Vladislav Jindřich stiftete. Ob dieser Gründer auch direkt in Chudenice lebte, bleibt ein Geheimnis.
Familiennamen wie Czernin wurden in Böhmen erst seit dem 14. oder spätestens dem 15. Jahrhundert verwendet. Davor benannte man Herren und Ritter nach ihrem Sitz, den sie im Lauf des Lebens auch wechselten. Die Czernins gehörten ursprünglich zu jenem Geschlecht, das Palacký später Drslavici nannte. Im 14. Jahrhundert setzte sich Czernin als Familienname durch, wobei „z Chudenic“ der ältere Teil des heutigen Namens ist.
Die Ursprünge der Czernins beziehungsweise der Drslavici und des Ortes Chudenice liegen gemeinsam in derselben quellenlosen Dunkelheit, aus der sie langsam hervortreten und bis heute miteinander verbunden bleiben. Diese zeitliche Kontinuität macht die Familie Czernin zu einer der ältesten noch greifbaren Adelslinien Böhmens.